Veröffentlicht: 29.09.2009 um 19:22
Inkasso-Stalking. Jetzt sollte mal die Politik 'ran
Ich hätte für den nächsten Bundesverbraucherminister (oder - Ministerin) eine tolle Aufgabe: Macht endlich dem Inkasso-Stalking im Internet ein Ende.
Inkasso-Stalking ist eine üble Sache: Man stellt irgendjemandem eine Rechnung für eine angeblich erbrachte Leistung und beruft sich dabei auf einen angeblich geschlossenen Vertrag. Wenn das Opfer nicht bezahlt, hagelt es Mahnungen und Drohbriefe. Darin schreibt man von angeblich drohenden Schufa-Einträgen, von Betrugsanzeigen, von nächtlichen Besuchen durch Inkasso-Mitarbeiter. Und so weiter - bis der Betroffene unter dem stetig wachsenden Druck zusammenbricht und zahlt.
Inkasso-Stalking ist seit vier Jahren vor allem bei der Nutzlos-Branche fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Die Täter - meist junge Leute, die sonst nichts Besseres gelernt haben - stellen Seiten zu den verschiedensten Themen ins Internet. Um die versprochenen Dienste in Anspruch zu nehmen, soll man seine Daten in ein Formular eintragen. Und wer das tatsächlich macht, bekommt wenig später eine Rechung. Weil das Ganze ja kostenpflichtig sei.
Über diese "Kostenpflicht" informieren die Täter natürlich nur im Kleingedruckten, im Fließtext oder irgendwo im kaum sichtbaren Bereich ihrer Webseiten.
Weil man mit dieser fiesen Masche vor keinem Gericht der Welt durchkäme, holen sich die Abzocker ihr Geld außergerichtlich durch Inkasso-Stalking herein. Sprich: Sie setzen ihre Opfer so lange mit Drohbriefen oder -Mails unter Druck, bis diese die nicht bestehenden Forderungen bezahlen.
Das funktioniert auch. Leider. Die Zahl der Opfer dürfte inzwischen in die Millionen gehen. Der volkswirtschaftliche Schaden ebenso.
Damit das Ganze auch wirklich funktioniert, haben die Internet-Abzocker tatkräftige Helfer. Nämlich Rechtsanwälte, die für sie - natürlich gegen Beteiligung an der Beute - das Inkasso übernehmen.
Bekannt in der Szene sind vor allem zwei Rechtsanwälte dieser Sorte, nämlich der hier und die hier.
Gerade lese ich, dass eben jene allseits bekannte Münchner Inkasso-Rechtsanwältin - die erst kürzlich ziemlich eins auf die Mütze bekam - mit neuem Schwung zurück im Geschäft ist: als Geschäftsführerin einer RA Gesellschaft für Zahlungsmanagement GmbH. Und unter diesem Namen werden offenbar schon wieder fleißig Drohbriefe an arglose Verbraucher geschickt.
Die Anwaltskammern sehen dem Treiben der schwarzen Schafe ihrer Branche übrigens seit Jahren tatenlos zu.
Die Politik allerdings auch. Seit der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer bei der Cebit tönte, er wolle etwas gegen die massenhafte Abzocke im Internet unternehmen, ist - genau - absolut nichts passiert. Auch seine Nachfolgerin und Parteifreundin Ilse Aigner verwies bisher lediglich auf die Verbraucherzentralen - und tat ansonsten: nichts.
Hunderttausende, vermutlich sogar Millionen Menschen machen Dank Abzockern, Inkasso-Stalkern und fragwürdigen Rechtsanwälten schlechte Erfahrungen mit dem Medium Internet. Und die Politik sieht weiter tatenlos zu. Das ist äußerst bedenklich.
Damit stellen sich Fragen: Warum darf in Deutschland jeder Hinz und Kunz Inkasso betreiben? Warum dürfen Rechtsanwälte Forderungen beitreiben, von denen sie wissen, dass diese vor keinem Gericht der Welt Bestand hätten - und trotzdem passiert ihnen über Jahre hinweg nichts? Warum sitzen die Rechtsanwaltskammern das Treiben ihrer schwarzen Schafe einfach aus? Und warum sehen ein Horst Seehofer und eine Ilse Aigner einfach zu, wenn Abzocker und deren Helfershelfer unter Verbrauchern systematisch Angst und Schrecken verbreiten?
Inkasso-Stalking ist eine üble Sache: Man stellt irgendjemandem eine Rechnung für eine angeblich erbrachte Leistung und beruft sich dabei auf einen angeblich geschlossenen Vertrag. Wenn das Opfer nicht bezahlt, hagelt es Mahnungen und Drohbriefe. Darin schreibt man von angeblich drohenden Schufa-Einträgen, von Betrugsanzeigen, von nächtlichen Besuchen durch Inkasso-Mitarbeiter. Und so weiter - bis der Betroffene unter dem stetig wachsenden Druck zusammenbricht und zahlt.
Inkasso-Stalking ist seit vier Jahren vor allem bei der Nutzlos-Branche fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Die Täter - meist junge Leute, die sonst nichts Besseres gelernt haben - stellen Seiten zu den verschiedensten Themen ins Internet. Um die versprochenen Dienste in Anspruch zu nehmen, soll man seine Daten in ein Formular eintragen. Und wer das tatsächlich macht, bekommt wenig später eine Rechung. Weil das Ganze ja kostenpflichtig sei.
Über diese "Kostenpflicht" informieren die Täter natürlich nur im Kleingedruckten, im Fließtext oder irgendwo im kaum sichtbaren Bereich ihrer Webseiten.
Weil man mit dieser fiesen Masche vor keinem Gericht der Welt durchkäme, holen sich die Abzocker ihr Geld außergerichtlich durch Inkasso-Stalking herein. Sprich: Sie setzen ihre Opfer so lange mit Drohbriefen oder -Mails unter Druck, bis diese die nicht bestehenden Forderungen bezahlen.
Das funktioniert auch. Leider. Die Zahl der Opfer dürfte inzwischen in die Millionen gehen. Der volkswirtschaftliche Schaden ebenso.
Damit das Ganze auch wirklich funktioniert, haben die Internet-Abzocker tatkräftige Helfer. Nämlich Rechtsanwälte, die für sie - natürlich gegen Beteiligung an der Beute - das Inkasso übernehmen.
Bekannt in der Szene sind vor allem zwei Rechtsanwälte dieser Sorte, nämlich der hier und die hier.
Gerade lese ich, dass eben jene allseits bekannte Münchner Inkasso-Rechtsanwältin - die erst kürzlich ziemlich eins auf die Mütze bekam - mit neuem Schwung zurück im Geschäft ist: als Geschäftsführerin einer RA Gesellschaft für Zahlungsmanagement GmbH. Und unter diesem Namen werden offenbar schon wieder fleißig Drohbriefe an arglose Verbraucher geschickt.
Die Anwaltskammern sehen dem Treiben der schwarzen Schafe ihrer Branche übrigens seit Jahren tatenlos zu.
Die Politik allerdings auch. Seit der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer bei der Cebit tönte, er wolle etwas gegen die massenhafte Abzocke im Internet unternehmen, ist - genau - absolut nichts passiert. Auch seine Nachfolgerin und Parteifreundin Ilse Aigner verwies bisher lediglich auf die Verbraucherzentralen - und tat ansonsten: nichts.
Hunderttausende, vermutlich sogar Millionen Menschen machen Dank Abzockern, Inkasso-Stalkern und fragwürdigen Rechtsanwälten schlechte Erfahrungen mit dem Medium Internet. Und die Politik sieht weiter tatenlos zu. Das ist äußerst bedenklich.
Damit stellen sich Fragen: Warum darf in Deutschland jeder Hinz und Kunz Inkasso betreiben? Warum dürfen Rechtsanwälte Forderungen beitreiben, von denen sie wissen, dass diese vor keinem Gericht der Welt Bestand hätten - und trotzdem passiert ihnen über Jahre hinweg nichts? Warum sitzen die Rechtsanwaltskammern das Treiben ihrer schwarzen Schafe einfach aus? Und warum sehen ein Horst Seehofer und eine Ilse Aigner einfach zu, wenn Abzocker und deren Helfershelfer unter Verbrauchern systematisch Angst und Schrecken verbreiten?
Kommentare 6
Kommentare
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Naja, man könnte vor diese Abzockseiten ja das Stoppschild schalten. So würde das zumindest die Regierung machen.
Mein Bruder hatte von Herrn Tank auch schon Post, ich hab ihm einfach gesagt, das Ganze zu ignorieren und es kam nie wieder ein Schreiben. Würden sich die Opfer hierzu alle selber im Internet informieren, würden ihnen diese "Drohungen" weit weniger ernst erscheinen. Aber Einschüchterung funktioniert eben doch immer recht gut. |
Veröffentlicht: 29.09.2009 um 20:42 von nidhoggr
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Stoppschilder sind nie eine Lösung ;-)
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Veröffentlicht: 29.09.2009 um 23:13 von sbo
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...einfache Lösung...... klar wäre es die einfache Lösung dass sich unsere Damen und Herren aus der Politik darum kümmern würden und hätte die Rechtsanwaltskammer was Verwertbares in der Hand würden die sicher auch was dagegen unternehmen.
Faktum ist dass sich unsere Politiker lieber darum kümmern möglichst Medienwirksam irgendwelchen Kleinkram tot zu diskutieren - natürlich ohne Ergebnis - und die moralisch verwerflichen Rechtsanwälte nur im Auftrag ihrer Auftraggeber handeln und das mit allen rechtlichen Mitteln die Ihnen gegeben sind. Schuld an letzterem ist der normalsterbliche Deutsche doch selbst der jeden "Müll" ausprozessiert bis zum abk....tzen. Und wer in diesem Land noch nicht gelernt hat dass eine Rechtsschutzversicherung in Kombination mit einem Rechtsbeistand der auch mal "beissen" kann unerlässlich ist lebt an der Realität vorbei. Und wenn ich im I-Net mich für ein Angebt eintrage und daraufhin eine Rechnung erhalte ohne das Versprochene erhalten zu haben sind es nur ein paar Meter vom Briefkasten zum Faxgerät mit der eingespeicherten Nummer meines RA der dann auch gleich sein Honorar bei den dubiosen Firmen einfordert. Erfahrungswert: Dannach nie wieder etwas von diesen "Dienstleistern" gehört! |
Veröffentlicht: 30.09.2009 um 04:53 von ralf-pasope
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Und bei welchem Briefkasten in Großbritannien oder auf den British Virgin Islands fordert Ihr Anwalt sein Geld ein??? ;-)
Frank Eberle |
Veröffentlicht: 30.09.2009 um 10:55 von Frank Eberle
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Also ,die entsprechende Rechtsanwaltskammer wäre hier in jedem Fall und als Erstes dazu aufgefordert,etwas zu tun ,bis hin zur Entziehung der entsprechenden Anwaltszulassung (welche die entsprechende Kammer bei dem entsprechenden LG erwirken könnte)
. Aber wie bei allen Kammern (ob Handwerkskammer,ob Handelskammer,ob Ärztekammer,ob Anwaltskammer) : man beschäftigt sich sehr ungern mit derartigen Dingen . Denn Erstens ist dies ja Arbeit (und vielleicht auch mit Mühen verbunden,den vielelciht gehen diese zweifelhaften Damen und Herren ja bis vor die Gerichte) und zweitens möchten diese Kammern eben nicht mit zusätzlichen Handlungen noch helleuchtende Scheinwerfer auf Schmutzflecken lenken .Das macht man auch nicht gern. |
Veröffentlicht: 30.09.2009 um 11:28 von circusmaximus
Aktualisiert: 30.09.2009 um 12:44 von circusmaximus |
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Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.
Einen aus dieser Clique hat's ja schon böse erwischt: Zitat:
Die Vorsitzende äußerte in ihrem Urteil, dass „die Allgemeinheit vor Gravenreuth geschützt“ werden müsse. Durch ein vorangegangenes Urteil wegen Urkundenfälschung fiel das Urteil ohne Bewährung aus. Gravenreuth legte Berufung ein. Am 17. September 2008 wurde Gravenreuth in diesem Verfahren zu einer Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil lautete auf versuchten Betrug, die Vorstrafe im Verfahren vom 16. April 2008 wegen Untreue floss in die Strafbemessung mit ein. Der Anwalt von Gravenreuth hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat ein anwaltsgerichtliches Verfahren gegen Gravenreuth eingeleitet (siehe dazu auch oben die Angaben zur BRAO und Ehrverlust).
Die Revision wurde mit Urteil vom 2. Februar 2009 zurückgewiesen. Das Kammergericht wertet die strafbare Handlung von Gravenreuths als einen vollendeten Betrug, nicht nur als Versuch. Somit muss Gravenreuth eine 14-monatige Haftstrafe antreten. Quelle: wikipedia - Günter Freiherr von Gravenreuth Wie das alles z.B. mit Lichtgestalten wie Michael Burat, Ronny Neugeboren und Alexander Kleinjung und einigen einschlägigen Firmen zusammenhängt, kann man z.B. hier sehen. |
Veröffentlicht: 01.10.2009 um 09:01 von Pony_und_Kleid
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