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Von Holger Sabinsky
München "Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf", soll der erste Bundespräsident Theodor Heuss mal gesagt haben. Er hat damit eindeutig Farbe bekannt zur Frage, ob Jagd noch notwendig ist in Zeiten, in denen es Wildschweinsalami an der Supermarkttheke gibt. Doch der Streit um die Notwendigkeit der Jagd wird mit unveränderter Härte weitergeführt. Die Tierschützer der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" haben in diesem Zusammenhang den Präsidenten des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, auf einem Flugblatt einen "Lusttöter" genannt. Vocke, CSU-Landtagsabgeordneter und ehemaliger Finanzrichter, wollte sich das nicht bieten lassen. Er hat am Landgericht München I eine einstweilige Verfügung gegen den Sprecher der Anti-Jagd-Initiative, den Biologen und Studiendirektor Kurt Eicher, beantragt. Bayerns oberster Jäger will nicht "Lusttöter" genannt werden. Richter Matthias Böhring verkündete Montagabend das Urteil: Die Bezeichnung ist ehrverletzend und nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Die Auseinandersetzung zwischen Jagdgegner und Jagdpräsident hat eine längere Vorgeschichte. Am 31. März demonstrierten Tier- und Naturschützer während der Messe "Jagen und Fischen" in München gegen die Jagd. Jägerpräsident Vocke nahm dies zum Anlass, in einem Editorial für die Verbandszeitschrift Jagd in Bayern scharf zu schießen: Er nannte die Anti-Jagd-Demonstrationen "absurd" und schrieb: "Doch wir lassen uns die Freude an der Jagd nicht nehmen!" Die entscheidende Passage: "Natürlich ist uns Jägern ein schöner Anblick, eine erfolgreiche Pirsch, ein erlegter Bock oder ein Wildschweinbraten eine große Freude. Die Jagd ist nicht nur Dienst und Pflicht, sie ist Passion..." Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" um Kurt Eicher reagierte mit einem Handzettel, auf dem sie die Frage stellte: "Ist Landtagsabgeordneter Vocke ein Lusttöter?" Die Frage wird bejaht. Vocke gebe selbst zu, aus Lust Tiere zu töten. "Passion" heiße nichts anderes als "Lust" oder "Leidenschaft". Während der Jäger-Präsident sich durch den Begriff "Lusttöter" beleidigt fühlt, hält Jagd-Gegner Eicher das Wort für eine Meinungsäußerung. "In Jägerkreisen wird das Töten der Jagdbeute als orgiastisches Lusterlebnis gepriesen", sagt er. Das Wort "Lusttöter" sei ein plakatives Etikett bei der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem "blutigen und grausamen Freizeitsport". Richter Böhring versuchte, den Streit gütlich zu beenden. Er regte an, der Sprecher der Tierschützer soll den Passus "Lusttöter" streichen: "Die Assoziation zum Lustmörder liegt nicht sehr fern." Der übrige Text könne dagegen stehenbleiben, da "zur Jagd immer auch das Töten gehört". Doch die Gegner stehen sich zu unversöhnlich gegenüber: Es kam nicht zum Vergleich. Am Ende stand eine Kompromiss-Entscheidung: Jägerpräsident Vocke darf nicht persönlich als "Lusttöter" bezeichnet werden. Dass Jäger aus Passion Tiere töten, darf man aber behaupten.
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Jagd ist ein Reizthema.
Haben Sie auch schon in stundenlange Diskussionen mit Jägern gehört, dass die Schnitzel nicht in der Plastikfolie geboren werden und dass der Metzger die Schweine auch nicht tot streichelt? Es gibt jede Menge gute Argumente für und gegen die Jagd. Was denken Sie? |
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Diese Diskussion zeigt deutlich, auf welcher Perversionsstufe sich diese Gesellschaft befindet. Billigfrass aus Massentierhaltung, qualvolle Tiertransporte, alles ok wenn man es nicht sieht und beim Discounter billig einkauft. Waidmaennisch erlegtes Wild? Wie boese!
Merken einige Menschen eigentlich gar nicht mehr, wie dumm und manipuliert sie sind? Der letzte Stadtfischer von Regensburg musste sich staendig dumm anmachen lassen, weil er die Fische aus der Donau fange und toete... und daheim servieren wir den lieben Kleinen Fischstaebchen.... die fallen vom Himmel - und haben vielleicht ja mit Fisch auch wirklich nicht mehr viel zu tun. Ihr tut mir sehr leid. Liebe Gruesse UJE (kein Jaeger) |
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Jagen um der Trophäen willen finde ich unverständlich.
Jagen für frisches Wildfleisch ist was anderes, aber nur einer kleinen Gruppe elitärer, aber irgendwie traditionell archaischer Typen vorbehalten. Fischen, Angeln, darf und kann fast jeder nach einer harmlosen Prüfung. Das macht den Unterschied aus, weswegen die Jagd von manchen verteufelt wird. |
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Egal, ich empfehle allen Gutmenschen (davon gibt es ne Menge - und diese richten mehr Unheil an, als sie je denken): Geht mal nen Tag in einen Schlachthof. Viel Vergnuegen und Guten Appetit. UJE PS: Hingehen, zusehen, einen Tag lang. Nicht hier klug********n. Dagegen ist Jagd wie Kuscheln.... |
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Klar, wahrscheinlich. Aber wo findet man einen Jägerverein? Der steht selten im Örtlichen. Eine Forellenfarm dagegen schon. Eine Angel kostet 50 Euro, eine Waidmannskluft und die passende Büchse zusammen bestimmt so an die 1000 oder mehr. Und: Wo gibt es noch Wälder, wo man tatsächlich mal was schiessen kann? Flüsse gibt es fast überall in erreichbarer Nähe, aber Rotwild oder Wildschweine sieht man doch etwas seltener... und wenn, ist gerade Jagdverbot wegen Aufzuchtzeiten oder so... |
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Wenn ein aus Lust tötender Politiker und ein überstudierter Studiendirektor aufeinander stossen muß das natürlich vor dem Kadi enden.Nach meiner Meinung haben beide Herren nicht die Fähigkeit,Konflikte auf normalem Wege auszutragen und das finde ich für schlimm.Der Herr Heuss hatte schon recht mit seiner Äuserung,vieleicht könnte man Ihn im Tote noch verklagen.Wär doch mal was anderes.
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Also wenn ich die Beiträge hier im Forum lese, wundert es mich doch etwas.
Natürlich gibt es Vor- und Nachteile der Jagd, wie es auch sonst überall gibt. Nur wenn Menschen in Themen mitreden, in denen Sie keine Ahnung und keinen Sachverhalt haben sollen Sie doch lieber etwas ruhiger sein. Mein Vater geht seit 50 Jahren auf die Jagd. Die Hege steht dabei an oberster Stelle. Nicht nur schnell ein Tier getötet, sondern bei der Jagd geht es um vieles mehr! Die Jagd beinhaltet vor allen Dingen den Schutz und der Hege der Tiere ! Dazu gehört auch die Fütterung der Tiere im Winter, Anlegen und Pflegen der Wildwiesen (dort wachsen auch seltene Pflanzen), Nistkästenbau uvm. Ich habe vor zwei Jahren, selbst die Jägerprüfung abgelegt (als junge Frau). Das Thema Naturschutz, Waldbau, Landwirtschaft, Wildkrankheiten, Wildkunde und sehr vieles mehr gehörte dazu. Die wenigsten wissen, wie schön es ist z.B. Rehe zu beobachten. Im Einklang mit der Natur zu sein. Fazit: Die Jagd ist nicht eine "Ballerei" sondern da steckt sehr viel mehr dahinter. Ach ja, die Jagdschulen, Jagdverband und dergleichen steht ganz normal im Telefonbuch. |
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